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Der Schreiner & seine Werkzeuge

Die Aufgaben für Schreiner sind umfangreich und vielfältig. Gearbeitet wird mit schweren Maschinen in Werkstätten für Tischlerei und Schreinerei, mit mobilen Geräten auf Baustellen und vor Ort beim Kunden sowie auch an Objekten im Freien. Hergestellt werden unterschiedlichste Produkte aus Holz, auch in Verbindung mit anderen Materialien. Die Palette reicht von Kleinmöbeln auf Kundenwunsch bis hin zu Fenstern und Haustüren. Doch auch im Rohbau, bei der Objektveredelung und im Modellbau sind Schreiner gefragt. Mit welchen Werkzeugen dabei vor allem gearbeitet wird, ist nachfolgend aufgeführt.

Welches Werkzeug & Zubehör braucht ein Schreiner?

Werkzeugkoffer oder Werkzeugtasche

Ganz gleich, ob in der Werkstatt, auf der Baustelle oder direkt beim Kunden, das eigene Werkzeug, zumindest individuelles Kleinwerkzeug, wird stets mitgeführt. Je nach Vorliebe und Arbeitsumgebung dient hierzu ein Koffer, zumeist aus Kunststoff oder Metall, oder eine Tasche aus synthetischen Materialien. Dieses praktische Hilfsmittel ist zumeist ausgestattet mit unterschiedlichen Fächern, Taschen, Köchern, Laschen und dergleichen, sodass übliches Handwerkzeug immer griffbereit ist. Neben allgemein üblichen Befestigungsmitteln wie Nägel und Schrauben, finden sich darum mindestens ein Hammer und ein Grundset aus Schraubendrehern mit Schlitz- und Kreuzkopf im Handgepäck. Auch Zangen, Scheren und kleine Sägewerkzeuge gehören häufig zur persönlichen Ausrüstung. Zudem findet meist auch ein Erste-Hilfe-Set den Weg in den eigenen Werkzeugkoffer ebenso wie eine Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und diverse Kleinteile zur Wartung, Instandsetzung und Reparatur des Zubehörs.

Messen, Aufreißen, Planen

Die Aufgaben für Schreiner reichen von der Planung eines Objekts bis zur Ausführung. Ganz gleich, ob ein Möbelstück hergestellt werden soll, oder eine Treppe zu installieren ist, um das exakte Ausmessen kommt niemand herum. Aus diesen Gründen nutzen Schreiner spezielle Hilfsmittel zum Abmessen und Durchführen. Wasserwaage, Maßbänder, elektronische Entfernungsmessgeräte, Gliedermaßstab, Metallwinkel, Messschieber und Bleistifte gehören zur Standardausrüstung. Doch auch Maßstäbe, Schmiegen, Winkelmessgeräte und Senklote sind unverzichtbar für die Planung und Arbeit eines Schreiners.

Sägen, Schneiden, Kürzen

Der natürliche Grundstoff Holz wird nicht immer als bereits passendes Werkstück vorgefertigt zur Verfügung gestellt. Vielmehr gilt es, das Rohmaterial fachmännisch in die geplante Grundform zu bringen, sodass es anschließend weiter bearbeitet werden kann. Neben elektrischen Maschinen zur Bearbeitung des Grundstoffs benötigen Schreiner auch eine Auswahl unterschiedlicher Handwerkzeuge. Denn großes Gerät ist meist nur in Werkstätten verfügbar und selbst Handmaschinen zum Schneiden, Sägen und Kürzen kann nicht an jedem Ort eingesetzt werden. Aus diesen Gründen arbeiten Schreiner mit einer erstaunlichen Vielzahl unterschiedlicher Sägen, die sich aus der Tradition des Handwerks entwickelt haben. Darüber hinaus finden auch zunehmend fremde, exotische Sägen ihren Weg in die Ausrüstung vieler Schreiner.

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Stemmeisen und Stechbeitel (Groß und Klein)

Ein sehr übliches Werkzeug für Schreiner ist das Stemmeisen. Hierbei handelt es sich um ein Handwerkzeug mit Griff und einer Art metallischem Spatel, der in einen breiten Kopf ausläuft. Die Schneide am oberen Ende wird einseitig geschärft, sodass die Auflageseite des Metalls flach und eben verbleibt. Stemmeisen oder -beitel unterschiedlichster Größe und Ausführung gehören zum individuellen Werkzeug der Handwerker und werden sehr gepflegt. Die Eisen sind äußerst stabil und extrem scharf. Üblicherweise wird der Handgriff mit einem Aufschlagbesatz versehen, damit das Werkzeug mit einer Hand gehalten werden kann, um mit der anderen Hand und einem Hammer darauf schlagen zu können. Häufig werden Rolltaschen genutzt zur sicheren Aufbewahrung und statt eines Hammers ist die Nutzung sogenannter Klüpfel üblich.

Wo gehobelt wird …

… fallen Späne. Das gilt auch und vor allem für eine Schreinerei. Selbst wenn elektrische Maschinen viele klassische Werkzeuge ersetzen konnten, ist die Nutzung von Hobel und Co. kein historisches Relikt. Dabei dient dieses Werkzeug insbesondere zur Oberflächenbehandlung. Doch eine Vielzahl von speziell entwickelten Hobeln wird genutzt für die Herstellung von Gehrungen, Bestößen, Absätzen, Nuten, Simse und Profile unterschiedlichster Art. Darüber hinaus werden auch Putzhobel, Schabhobel für Furnier und Eisenhobel häufig genutzt.

Raspeln und Feilen

Eine überraschend große Anzahl von Feilen für alle erdenklichen Tätigkeiten gehört zur schreinerWerkzeugauswahl von Schreinern. Neben groben Werkstattfeilen werden Präzisionsfeilen und Habilisfeilen, die vor allem per Handarbeit in der Schweiz hergestellt werden. Dem Laien erschließt sich die Wichtigkeit hochwertig gefertigter Feilen nur schwer. Dies gilt ebenso für die umfangreiche Palette verschiedener Werkzeuge dieser Kategorie. Modellbau- und Bildhauereiraspeln gehören zur Grundausstattung, doch auch Diamantfeilen und Spezialformen werden für die Schreinerei benötigt.

Von Zwingen und Zwängen

Gern vergessen wird die klassische Zwinge, wenn von Holzbearbeitung in der Schreinerei gesprochen wird. Dabei gehört sie zum unverzichtbaren Inventar einer Schreinerei, vor allem bei der Herstellung von Möbeln, Fenstern, Türen und dergleichen. Neben mechanischen Verbindungsformen werden Objekte aus Holz zusätzlich mit einer Klebekomponente verbunden. Damit alle Verbundstücke auch gleichmäßig und exakt miteinander verkleben können, werden Zwingen unterschiedlicher Art genutzt. Sie verhindern ein Verrutschen der Einzelteile und garantieren ein haltbares Durchtrocknen während des Zeitraums, der zum Aushärten benötigt wird.

Drechsel- und Bildhauereiwerkzeug für’s Detail

Auch diese besonderen Werkzeuge werden häufig von Schreinern genutzt. Denn gerade bei der Herstellung von Möbeln geht die Präzision gern ins gestalterische Detail. Auch bei Einbaumöbeln aus Holz kommen die klassischen Drechsel- und Bildhauereiwerkzeuge zum Einsatz. Bei der Fertigung, doch vor allem bei der Instandhaltung und Restauration sind diese Feinwerkzeuge unverzichtbar. Gerade bei Objekten und auf Baustellen, wo schwere Maschinen und elektrisches Werkzeug nicht, oder nur schwierig, genutzt werden können, sind diese Handwerkzeuge nicht wegzudenken. Hinzu kommt, dass bei historisch ausgelegten Projekten die Nutzung moderner Hilfsmittel schlichtweg nicht möglich ist, um ein authentisches Ergebnis zu erzielen.

Pinsel, Schwamm und Pistole – Oberflächenveredelung

Wenn Möbel, Fenster und Türen fertig gebaut und montiert sind, ist die Arbeit für Schreiner noch nicht ganz beendet. Denn für langlebige Arbeiten aus Holz ist eine fachlich korrekte Oberflächenversiegelung und -veredelung unabdingbar. Mithilfe von Pinseln und Schwämmen müssen zumeist mehrere Lagen Holzschutz, Lack und Farbe aufgetragen werden. Für große Flächen, wie bei Tischen und Schränken, kommen Lackierpistolen zum Einsatz. Nachdem mit Schleif- und Polierwerkzeug eine trockene, saubere, glatte Oberfläche vorbereitet wurde, dienen Pinsel, Schwamm und Pistole dem letzten optischen Schliff der Holzarbeit. Außerdem schützt die Versiegelung und Veredelung vor Kratzern und anderen Stoßbeschädigungen. Hier ähnelt der Beruf einem Lackierer oder Maler.

Verschiedenes? Sicherheit und Ordnung

Nur ein sauberer Arbeitsplatz garantiert ordentliche Arbeitsergebnisse. Und auf lange Sicht arbeitet es sich schlichtweg besser, wenn noch alle Finger und Füße da sind, wo sie auch eigentlich sein sollen. Zur Grundausstattung eines Schreiners gehören darum Sicherheitsausstattungen ebenso wie Reinigungs- und Instandhaltungsmittel. Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe, Knieschoner, Schutzbrillen, Gehörschutz, Baustellenhelm und Arbeitsschürzen dienen dem sicheren Arbeiten. Der korrekte Umgang mit Reinigungsmitteln und -werkzeug ist ebenfalls nicht optional, denn nur durch Ordnung und Sauberkeit kann eine sichere und zuverlässige Nutzung von Maschinen und Zubehör gewährleistet werden.